Nach den Eisheiligen: Was jetzt endlich ins Beet darf

Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die Kalte Sophie haben ihren jährlichen Pflichtbesuch abgestattet. Und damit ist auch das letzte Argument gefallen, warum die Tomatenpflanzen noch auf der Fensterbank stehen müssen. Raus mit ihnen.

Ende Mai ist für viele von uns der schönste Moment der Gartensaison: Was über Wochen auf dem Fensterbrett gepäppelt, gegossen und ans Licht gestellt wurde, darf jetzt ins Freie. Gleichzeitig gibt es noch genug Zeit, um direkt ins Beet zu säen, was du vielleicht noch nicht angegangen bist. Kein Stress – hier ist ein Überblick, was jetzt wirklich dran ist.

Tomaten einpflanzen – aber richtig

Tomaten sind das Herzstück vieler Kleingärten, und jetzt ist der ideale Zeitpunkt zum Einpflanzen. Der Boden hat sich aufgewärmt, Frostnächte sind in Leipzig so gut wie ausgeschlossen.

Beim Einpflanzen lohnt es sich, tiefer zu gehen als man denkt: Tomaten bilden entlang des eingebetteten Stängels neue Wurzeln, je tiefer du sie setzt, desto stabiler und versorgter steht die Pflanze. Untere Blätter vorher entfernen, bis zu zwei Drittel der Pflanze können in der Erde verschwinden.

Stab oder Spiralstab gleich mit einsetzen – dann sparst du dir das Herumstochern, wenn die Pflanze 80 cm hoch ist und du die Wurzeln nicht mehr treffen möchtest.

Zucchini, Kürbis, Gurken: Jetzt oder direkt säen

Zucchini und Kürbis wachsen so rasant, dass eine Direktsaat ins Beet oft genauso schnell zum Erfolg führt wie vorgezogene Jungpflanzen. Zwei bis drei Körner pro Stelle, etwa 2–3 cm tief – in dieser Wärme keimen sie innerhalb weniger Tage. Den schwächsten Keimling später rausziehen und dem kräftigsten den Platz überlassen.

Gurken mögen es warm und windgeschützt. Wenn du eine sonnige Stelle nahe einer Mauer oder einem Zaun hast, der tagsüber Wärme speichert und abends abgibt: Perfekt.

Bohnen – direkt und ohne Umwege

Bohnen werden nicht vorgezogen, sondern direkt gesät. Der Boden ist jetzt warm genug, und Stangenbohnen oder Buschbohnen keimen in wenigen Tagen zuverlässig durch.

Stangenbohnen brauchen eine Rankhilfe – am besten schon vor der Saat aufstellen, damit du sie später nicht zwischen junge Triebe rammen musst. Buschbohnen kommen ohne aus und sind ideal, wenn du keine Konstruktion aufbauen möchtest.

Was noch ins Beet passt

Auch wenn Tomaten, Kürbis und Bohnen gerade die Hauptrolle spielen – es gibt noch mehr, was jetzt gesät oder gepflanzt werden kann:

  • Direkt säen: Möhren (für die Herbsternte), Mangold, Dill, Fenchel, Kohlrabi, Herbstrettich
  • Als Jungpflanzen: Basilikum, Sellerie, Paprika, Stauden-Fenchel
  • Lückenfüller fürs Beet: Ringelblumen und Tagetes – sie halten Schädlinge auf Abstand und sehen dabei noch gut aus

Basilikum noch kurz hervorgehoben: Dieses Kraut ist empfindlich gegenüber Kälte und mag es wirklich warm. Jetzt, Ende Mai, ist er draußen endlich auf der sicheren Seite.

Mulchen nicht vergessen

Wer jetzt einpflanzt und anschließend mulcht, tut sich für den Rest des Sommers einen großen Gefallen. Eine Schicht Rasenschnitt, Stroh oder Rindenkompost rund ums Beet hält die Feuchtigkeit im Boden, unterdrückt Unkraut und verhindert, dass Spritzwasser Krankheiten von der Erde auf die Blätter überträgt – besonders bei Tomaten ein wichtiger Punkt.


Die Saison läuft. Dein Beet wartet. Viel Freude beim Einpflanzen!

Leini hat diesen Beitrag für euch geschrieben – aufgewachsen im Vereinsgarten, immer dabei, nie weit vom Kompost.