Herbst im Beet: Gründüngung, Kompost, Rückschnitt

Das Beet ist leer. Die Tomaten sind abgeerntet, der Kürbis hängt im Keller, die Bohnen sind eingelegt. Jetzt könnte man den Garten einfach sich selbst überlassen bis zum Frühjahr. Man könnte. Aber wer jetzt noch ein bisschen Zeit investiert, startet im nächsten Jahr mit deutlich besseren Voraussetzungen.

Gründüngung: Der Boden bekommt eine Decke

Nackter, unbedeckter Boden ist ein Problem. Herbstregen wäscht Nährstoffe aus, der Frost zerstört die Bodenstruktur, und im Frühjahr starten Unkräuter durch, noch bevor du da bist.

Die Lösung: Gründüngung säen. Das sind Pflanzen, die den Boden über Winter schützen, mit ihren Wurzeln lockern und ihn mit organischer Substanz bereichern, wenn man sie im Frühling einarbeitet.

Für die Herbstsaat eignet sich:

  • Phacelia (Bienenfreund): Bienenweide und Bodenverbesserer in einem. Erfriert im Winter und liegt dann als fertige Mulchschicht da.
  • Winterroggen: Sehr robust, wächst noch bei Kälte. Tiefe Wurzeln lockern verdichtete Böden.
  • Senf: Schnellwachsend, unterdrückt Nematoden im Boden. Erfriert ebenfalls.
  • Ackerbohnen: Überwintern und starten früh im Frühling – gleichzeitig Stickstofffixierer.

Einfach die Samen gleichmäßig übers Beet streuen, leicht einrechen, angießen. Die meisten Gründüngungspflanzen keimen auch bei kühlen Temperaturen noch gut.

Was du stehen lassen solltest

Nicht alles muss jetzt weg. Abgestorbene Stängel, Stauden und Wildblumen im Kleingarten sind Winterquartiere für Insekten, Igel und andere Nützlinge. Wer jetzt alles penibel abschneidet und wegräumt, räumt gleichzeitig Unterschlupf weg.

Als Faustregel: Hohlstielige Pflanzen (Sonnenbume, Topinambur) stehen lassen. Kranke Pflanzen oder solche mit Schädlingsbefall entfernen und nicht auf den Kompost.

Kompost einarbeiten

Der Herbst ist der ideale Zeitpunkt, fertigen Kompost flach einzuarbeiten. Der Frost hilft dann, die Struktur des Bodens zu verbessern, indem er das Material weiter zersetzt und in die Erde drückt.

Nicht tief graben – im No-Dig-Ansatz reicht es, eine Schicht Kompost obenauf aufzubringen. Die Regenwürmer erledigen den Rest über den Winter.

Rückschnitt: Was, wann, wie tief

Beerensträucher und Obstgehölze werden im Kleingarten meist im Winter oder Frühjahr geschnitten – nicht jetzt, da die Pflanzen noch im Wintereinschlaf kommen und Wunden schlecht heilen.

Ausnahmen: Krank oder abgestorbene Äste können jetzt entfernt werden. Und Stauden, die bereits komplett abgestorben sind, können bodennah abgeschnitten werden.


Ein bisschen Arbeit jetzt – ein viel besserer Start im nächsten Frühjahr. Das Beet dankt es.

Leini hat diesen Beitrag für euch geschrieben – aufgewachsen im Vereinsgarten, immer dabei, nie weit vom Kompost.