Viele Kleingärtner schauen im August auf ihre halbleeren Beete und denken: Zu spät für neue Saat. Dieser Gedanke ist falsch. Der August ist für viele Kulturen sogar ideal – der Boden ist warm, die Keimung geht schnell, und bis zum ersten Frost ist genug Zeit für eine vollwertige Herbsternte.
Hier ist, was jetzt noch lohnt.
Feldsalat: Jetzt säen, ab Herbst ernten
Feldsalat (Vogerlsalat) ist robust, kälteliebend und schmeckt gerade dann am besten, wenn sonst kaum noch etwas wächst. Wer jetzt Mitte August sät, hat ab Oktober frischen Feldsalat – und der übersteht sogar leichte Fröste.
Dünn und flach säen (1 cm tief), feucht halten bis zur Keimung, dann wächst er fast von allein.
Spinat: Zwei Saisons in einem Jahr
Spinat ist ein Zweilingsgemüse: Er wächst im Frühjahr und im Herbst. Im Sommer geht er bei Hitze ins Schossen und wird ungenießbar. Jetzt, Ende Juli bis Anfang August, ist die ideale Zeit für die Herbstaussaat.
Bis Oktober/November stehen dann kräftige Stauden bereit. Und im Gegensatz zum Frühjahresspinat schießt er nicht – die kürzer werdenden Tage verhindern das.
Radieschen und Rettich
Radieschen sind die schnellsten unter den Gartengemüsen: vier bis fünf Wochen vom Saatkorn bis zur Ernte. Im August können noch zwei bis drei Runden gesät werden.
Herbstrettich braucht etwas länger (sechs bis acht Wochen), dafür werden die Knollen größer und aromatischer. Schwarzer Rettich, Daikon oder der klassische Herbstrettich – alle jetzt säen.
Kohlrabi: Schnell und dankbar
Kohlrabi gilt als das schnellste Kohlgemüse. Wer jetzt sät, erntet im September und Oktober. Jungpflanzen alternativ im Gartenfachhandel besorgen, falls keine Zeit zum Vorziehen ist.
Asiaten kommen jetzt groß raus
Pak Choi, Tatsoi, Mizuna und andere asiatische Blattgemüse sind im Herbst auf ihrem besten. Sie keimen schnell, wachsen rasch und mögen die kühleren Temperaturen der Herbsttage. Besonders für Einsteiger empfehlenswert – anspruchslos und ertragreich.
Die Faustregel für die Herbstsaat
Zähle vom ersten erwarteten Frost zurückwärts. In Leipzig gilt erfahrungsgemäß Oktober/Anfang November als erste Frostgefahr. Schau auf die Reifezeit deiner Wunschkultur, addiere etwas Spielraum – und du weißt, ob es noch reicht.
Ein einfacher Rahmen:
- 4–6 Wochen Reifezeit: Radieschen, Rucola, Baby-Blattgemüse → bis Anfang Oktober säen
- 6–8 Wochen: Spinat, Pak Choi, Kohlrabi → bis Mitte September säen
- 8–10 Wochen: Feldsalat, Herbstrettich → bis Anfang September säen
Nach der Saat: Gleichmäßig feucht halten
Der einzige Knackpunkt im August: Der Boden trocknet schnell aus. Frisch gekeimte Sämlinge brauchen in den ersten Tagen zuverlässige Feuchtigkeit. Wer mulcht (mit einer sehr dünnen Schicht, die Licht noch durchlässt) und morgens gießt, ist auf der sicheren Seite.
Ein leeres Beet im August ist eine verpasste Chance. Mit einer Stunde Arbeit holst du noch eine vollwertige Herbsternte heraus.
Leini hat diesen Beitrag für euch geschrieben – aufgewachsen im Vereinsgarten, immer dabei, nie weit vom Kompost.