Sommer bedeutet Urlaub – und Urlaub bedeutet für viele Kleingärtner: innere Unruhe. Zwei Wochen weg, niemand gießt, die Tomaten verdursten, die Zucchini werden zu Riesengebilden, und der Salat schießt aus. Muss das so sein?
Nicht unbedingt. Mit ein paar Vorbereitungen kommst du halbwegs entspannt in die Ferien.
Die wichtigste Vorbereitung: Mulchen
Wenn du nur eine Sache vor dem Urlaub tust, dann diese: Mulche alle Beete kräftig durch. Eine dicke Schicht (5–7 cm) aus Rasenschnitt, Stroh oder Rindenmulch hält die Feuchtigkeit im Boden deutlich länger. An feuchtem Boden gießen, sofort mulchen – das verschafft dir je nach Wetter mehrere Tage Puffer.
Alles Reife ernten
Kurz vor der Abreise: einmal komplett abernten. Zucchini, Gurken, Bohnen, alles was reif ist oder bald reif wird. Nicht ernten, was am Strauch reift, veranlasst die Pflanze, die Produktion zu drosseln. Wer alles abnimmt, wird nach der Rückkehr wieder mit frischem Wachstum begrüßt.
Grüne Tomaten, die kurz vor der Reife stehen: mitnehmen. Sie reifen im Haus nach.
Einfache Bewässerungslösungen
Wer jemanden hat, der schaut: Perfekt. Kurz einweisen, was gegossen werden muss und was eher nicht – und fertig.
Wer niemanden hat, kann es mit Haushaltstricks versuchen:
- Plastikflaschen mit kleinen Löchern im Deckel umgedreht in die Erde stecken. Das Wasser läuft langsam durch – reicht für ein paar Tage.
- Tontöpfe (Ollas) in die Erde vergraben und mit Wasser befüllen. Das Wasser seept durch die poröse Wandung direkt zu den Wurzeln. Sehr effektiv, braucht aber etwas Vorlaufzeit zur Vorbereitung.
- Teller oder Untersetzer unter Kübelpflanzen mit Wasser befüllen.
Für längere Abwesenheit sind diese Methoden allein nicht ausreichend – dann kommt es auf die Nachbarschaftshilfe an.
Das Netzwerk im Verein
Ein Kleingartenverein ist eine Gemeinschaft – und genau das zahlt sich im Sommer aus. In fast jedem Verein gibt es Mitglieder, die keinen Sommerurlaub machen oder früher zurückkommen. Ein kurzes Gespräch, ein gegenseitiger Schlüsseltausch, und ihr helft euch abwechselnd.
Wer beim Nachbarn hin und wieder gießt, erntet dafür im Gegenzug – und kommt mit voller Tasche aus dem Urlaub zurück, ohne selbst geerntet zu haben.
Was auch ohne Gießen auskommt
Nicht alles ist gleich durstig. Gut gemulchte, im Boden etablierte Pflanzen halten zwei Wochen ohne Gießen oft erstaunlich gut durch – wenn kein anhaltender Extremsommer tobt. Besonders robust:
- Kartoffeln (wenn angehäufelt)
- Kohl (tief verwurzelt)
- Erbsen und Bohnen (wenn bereits in der Erntephase)
- Kräuter wie Thymian, Rosmarin, Salbei
Schwächer ohne Wasser: Tomaten in Töpfen, Gurken, Zucchini, frisch gesetzte Jungpflanzen. Wer kann, stellt Kübelpflanzen vor dem Urlaub in den Schatten und gießt gut durch.
Kein Urlaub soll an einem Kleingarten scheitern. Gute Vorbereitung, etwas Vertrauen in die Pflanzen – und einen netten Vereinsnachbarn schaden auch nicht.
Leini hat diesen Beitrag für euch geschrieben – aufgewachsen im Vereinsgarten, immer dabei, nie weit vom Kompost.